Samstag

Wir bleiben wach bis die Wolken wieder lila sind.

'Das jetzt nicht dein Ernst oder?' Seine halb geschlossenen Augen finden meinen Blick, 'tut mir ja leid', lallt er mir entgegen. Er schaut an sich herunter, auf sein vollgekotzes Shirt, zuckt mit den Schultern, und zieht es über seinen Kopf. 'Oh Gott ih, Robin lass den Scheiß.' stottere ich, kann meinen Blick einfach nicht abwenden, dann zieht mir der strenge Geruch in die Nase, 'Junge was ist los mit dir?' Ich presse mir die Hand vor Mund und Nase, wie alle anderen Mädchen, die neben mir im Bus sitzen. 'Hat jemand Taschentüber?' Ich krame in meiner Tasche, und reiche sie dir. Mit einem angeekelten Gesichtsausdruck reichst du ihm das Tuch, er wischt sich den Mund ab, beugt sich vorne über und verbreitet seinen Mageninhalt erneut im gesamten Bus. Verzogene Gesichter, kreischende Mädchen, 'Leute seid still, wollt ihr das der Busfahrer ihn so sieht?' Das Gekreische legt sich, alle starren Robin an, warten darauf, dass er irgendeine Reaktion zeigt. In die Stille hinein frage ich: 'Wo sollte er eigentlich heute schlafen?' Ein hübsches blondes Mädchen hebt die Hand, 'Bei mir, wenn wir ihn bis dahin bekommen' Es bricht eine Diskussion aus, die aber zu keinem wirklichen Ende kommt. Seuftzend lege ich meinen Kopf an die Fensterscheibe, schaue dir dabei zu wie du Robin so gut es geht versorgst, ihm das Gesicht abwischt wie einem kleinen Kind. Dann setzt du dich wieder neben mich und betrachtest ihn, 'Wie kann man sich nur so abschießen?' fragst du kopfschüttelnd. Ich will antworten, finde aber keine Erklärung für das Bild das sich uns bietet, also nehme ich deine Hand, gebe dir einen Kuss auf die Wange und flüstere dir ins Ohr 'Du bist ein guter Freund.' Du legst einen Arm um mich, 'Ich finde es schrecklich ihn so zu sehen' 'Dann schau mich an.' Als wir unsere Bushaltestelle erreichen verlassen wir den Bus so leise und schnell es geht, damit niemand auf die Idee kommt, wir wären für die Schweinerei verantwortlich. Draußen kommt es mir so vor als würde ich die Nacht selbst einatmen, so klar ist die Luft. Unser Sonderfall lässt sich auf die Bordsteinkante fallen, zusammengerollt, voller Kotze. Ein schönes Bild. Unsere kleine Gruppe scharrt sich um ihn, keiner weiß so recht was er tun soll. Du hast wieder einen Arm um mich gelegt, ich liebe das, ein kleines bisschen Wärme, ein bisschen Liebe in dieser kalten Nacht. Wir führen belanglose Gespräche, an die ich mich schon jetzt nicht mehr erinnere, jeder eigentlich in sich selbst vertieft. Und irgendwann lassen wir uns einfach auf den Boden sinken, um 2 Uhr nachts. Eine stumme Frage schwebt in de Luft, die keiner aussprechen möchte, weil sie so schrecklich klingt. An welchem Zeitpunkt sind wir so tief gerutscht, dass wir nachts kotzend am Straßenrand liegen, ohne zu wissen wohin mit unserem Leben?

3 Kommentare:

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