Donnerstag
'Na du?', deine Stimme jagt mir einen sanften Schauer über den Rücken. Du kommst auf mich zu und willst mir einen Kuss geben, ich drehe meinen Kopf, sodass deine Lippen nur meine Wange berühren. 'Vorsicht ich bin ansteckend'. Du legst deine warmen, raue Finger an mein Kinn und drehst es sanft, 'Ist mir egal', sagst du und drückst mir einen Kuss auf die Lippen. Die Berührung deiner Finger bleiben als glühend heiße Spuren auf meiner Wange zurück. ''Aber ich bin noch nicht fertig', sage ich mit einem Blick auf mein vor mit liegendes Matheheft. ''Dann los, ich guck dir gern zu''. Dann lässt du dich aufs Bett fallen, streckst dich ausgiebig darauf aus und gähnst herzhaft. Ich vertiefe mich wieder in Tangenten, Sekanten und Passanten, aber es gelingt mir nicht mehr nur eine sinnvolle Gleichung aufzustellen, meine Augen wandern immer wieder zu dir, wie du so wunderschön auf dem Bett liegst. Du liegst mit dem Gesicht zu mir gewand, dein Gesicht sieht ganz zerknautscht aus, weil du auf der Seite liegst. Ich muss lächeln, als du die Augen öffnest und aussiehst wie ein kleiner dicker Bär. 'Mach deine Hausaufgaben!', sagst du mit einem gespieltem Oberlehrerton. 'Ich hab aber keine Lust' Ich ziehe einen Schmollmund und verschränke die Arme vor der Brust. Dann schmeiße ich mich zu dir ins Bett und kuschele mich dicht an mich, du aber schiebst mich weg, 'du machst erst deine Hausaufgaben!' 'Wer bist du? Meine Mama?' entgegne ich. Daraufhin drehst du mir den Rücken zu. 'Ey, komm wieder.' Ich schlinge meine Arme von hinten um dich, du bewegst dich nicht. 'Schön, ich kann warten' flüstere ich in dein Ohr. Jede Sekunde in der du mir den Rücken zuwendest fühlt sich an wie eine Stunde, jede Minute wie ein ganzer Tag, und bis du dich drehst und mich in der Arm nimmst scheint eine halbe Ewigkeit zu vergehen. Es fühlt sich wie fliegen an, mein Herz fliegt aus meiner Brust, oder wie schweben, so leicht und natürlich und wunderschön wenn du mich so umarmst. Wenn du mich ganz dicht an dich presst, sodass ich mein Gesicht an deinem Hals vergraben kann. Ich spüre deinen Atem, an meinem Kopf, er sucht sich seinen Weg durch meine Haare und streicht dann leicht mein Schlüsselbein, sodass sich die kleinen Haare an meinem Nacken aufstellen. Pure Liebe rauscht durch meine Adern, pulsiert und erreicht auch den kleinsten Winkel meines Körpers. Ich könnte so einschlafen, jeden Abend. 'Weißt du was?' frage ich ganz leise, weil diese Worte nur für dich bestimmt sind, sie gehören dir, nicht der kalten bösen Welt da draußen, sie sollen hier auf unserer Insel bleiben, auf unserer rose Wolke. 'Hm', murmelst du liebestrunken. 'Ich liebe dich hammer, monstermäßig und unglaublich doll!.' Du lachst dieses Lächeln, für das ich dich so hammer, monstermäßig und unglaublich doll liebe. Es kitzelt meinen Kopf und ich ziehe mich zusammen als mir ein Schauer über den Rücken läuft. Dann gibts zu mir einen zarten Kuss auf den Kopf, so leicht wie ein Lufthauch, und flüsterst mir ins Ohr: 'Ich liebe dich auch du süßes kleines Ding.' 'Ich will hier nie wieder weg', flüstere ich. Es ist einer dieser gestohlenen Momente, in denen wir vergessen das du gleich wieder fahren musst, jeder dann auf sich allein gestellt ist. Für eine kurze Zeit verdrängen wir das Gefühl das es unmöglich ist das du hier bleibst, dass wir zu jung sind um von Liebe zu sprechen, dass meine Hausaufgaben auf dem Tisch liegen. Wir können das gut, so tun als gäbe es nur uns beide und nichts anderen mehr. Wir haben diesen Moment der Zeit aus ihren kalten Händen gerissen, er scheint ewig, Mathe wird warten müssen.
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