Freitag

Sie mustert mich mit einem abschätzigen Blick, unter dem ich mich noch kleiner mache als ich es eh schon bin. ''Und wer bist du?'', fragt sie dann mit einer Stimme voll Überheblichkeit, mit Freundlichkeit getarnt.
Gute Frage, wer bin ich eigentlich? Ich bin keins dieser Mädchen, die 10 Minuten lang über eine winzige Kleinigkeit lachen kann. Ich bin auch keins dieser Mädchen, die immer mit versteinerter Miene in die Gegend starren. Ich hab immer ein leichtes Lächeln auf den Lippen, was, welches wie mein Freund sagt, unwiderstehlich ist. Manchmal habe ich grundlos unglaublich schlechte Laune, ich bin viel zu ergeizig, was mir viele Probleme macht. Ich bin schnell überfordert, bekomme aber am Ende doch alles hin. Ich bin leicht aus der Fassung zu bringen, aufbrausend und nicht selten unaustehlich. Und manchmal, manchmal kann ich mich selber nicht leiden. Ich kann nicht glauben das einige Menschen mich ertragen, und stoße sie von mir, aus Angst das sie das auch irgendwann bemerken. Ich denke viel zu viel über Probleme nach die überhaupt nicht existieren. Ich mache aus jeder Mücke einen Elefanten. Ich bin rastlos, will alles auf dieser Welt erklären und hinterfrage alles, kann nichts so hinnehmen wie es ist und bin der neugierigste Mensch den ich kenne. Es gibt Tage, da fühle ich mich einsam, obwohl so viele Menschen um mich herrum versuchen für mich da zu sein.
Ich liebe es in andere Welten zu schlüpfen und meine Eigene zu vergessen. Ich liebe alles was magisch, phantastisch und irreal ist. Und ich liebe Musik. Ja, ohne Musik wäre mein leben nicht erträglich. Ich liebe sogut wie alles, von Battlerap, über Casper, Tyga, Rise Against, Cro, bis zu Liedern die hier eh niemand kennt. Egal wo ich bin, man kann sich drauf verlassen, dass ich sowohl meinen Ipod als auch mein altes Handy dabeihab, dazu das Armband das mir mein Freund geschenkt hat. Jeder der mich kennelernt, wird sagen, ich sei süß, und sich damit täuschen. Ich sehe süß aus, das weiß ich mittlerweile und manchmal verhalte ich mich auch so, aber ich kann genauso böse, zickig und humorvoll sein wie alle anderen auch. Ich bin nicht der, der ich sein will, hab aber zu wenig Mut dieser Mensch zu werden. Ich hab schreckliche Angst vor Veränderungen und Zurückweisungen.
Ich denke das die kleinen Momentem ein flüchtiger Kuss auf die Stirn, ein aufrichtiges Lächeln viel wichtiger sind als lange Liebeserklärungen.
Ich schaue sie lange an, bis ich antworte, ''Ach ich bin nur so ein Mädchen auch der Umgebung''

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