Montag
Hold my hand in public.
Die Luft in dem Raum scheint geladen zu sein, von deiner Trauer und meiner Wut. >>Guck ihn dir doch an, der ist sowas von fertig.<< Ich schnaube verächtlich. >>Das ist mir grade so egal, ich hab's ihm gestern gesagt, und wenn er es nichts macht, dann kann er es auch lassen, es mir immer wieder zu versprechen.<< Bestimmt kann sie denn Schmerz auf meinem Gesicht sehen, >>Ja, aber guck ihn dir doch an.<< Langsam drehe ich den Kopf, du sitzt auf der Bank hinter mir und meiner Freundin. Du hast deinen Kopf in deinen Händen vergraben, zusammengesunken hörst du dir an, was ein anderes Mädchen dir ins Ohr flüstert, Worte über mich. Dann wischst du langsam mit deiner Hand über dein Gesicht und hebst deinen Kopf, als sich unsere Blicke treffen sehe ich Schmerz in deinen Augen. Schnell wende ich mich ab, stehe auf und verlasse fluchtartig den Raum. Ich weiß, dass du mir folgst und ich weiß auch, dass du nun hinter mir stehst, vorm Haus. Ich drehe mich um, >>was willst du?<<, frage ich mit kalter Stimme. Du siehst mich an, mit deinem Augen, so schön, so traurig. >>Es tut mir so leid, bitte glaub mir das.<< In mir drin kommt ein Strom von Worten hoch, die ich dir entgegen schleudere. >>Man, ich habs dir gestern doch gesagt, wenn du mich liebst, dann zeig's mir doch. Und was machst du? Gar nichts, nichts, alles genauso wie gestern, als wäre nichts gewesen weißt du? Du sagst so viel, aber du behandelst mich nicht anders als jemand anderen hier!<< Ich bereue die Worte nur Sekunden nachdem ich sie gesagt habe, nämlich genau dann, als ich dein Gesicht sehe. Es wird nur schwach angeleuchtet von der Straßenlaterne. Aber ich kann sehen, dass deine Augen feucht werden. >>Bitte, gib mir noch eine Chance, nur noch eine einzige.<<, sagst du mit erstickter Stimme. >>Ich weiß nicht was das bringen soll, wenn du mir nicht zeigen kannst, dass du mich liebst, dann kannst du's eben nicht, dann geht es nicht.<< >>Bitte, nur noch eine Chance, ich zeig es dir, aber bitte.<< Ich sehe dich an, sehe dir in die Augen, die wie meine mit Tränen gefüllt sind. >>Darf ich dich noch einmal umarmen?<<, fragst du mit leiser Stimme. Ich nicke und gehe dir entgegen, genieße das Gefühl deiner Arme, die sich um mich schlingen. Dann beginne ich leise zu schluchzen, ich will dir glauben, aber ich kann nicht. Und dann spüre ich, wie sich dein Brustkorb unregelmäßig hebt und senkt. Ich trete einen Schritt zurück, und ich schwöre ich könnte Tränen auf deinen Wangen glitzern sehen. >>Warum sollte ich dir noch eine Chance geben?<<, frage ich. Du siehst mich an, >>weil ich es dir beweisen werde.<< Und es ist dieses Glänzen in deinen Augen, >>Dann los, zeig es mir.<< Als würde ich fliegen komme ich dir näher, du nimmst mein Gesicht zwischen deine Hände und küsst mich sanft, als hättest du sehr lange darauf gewartet. Dann schließt du mich in deine Arme und streichst mir über den Rücken. Ich könnte ewig so stehen bleiben, aber ich spüre das du zitterst. >>Willst du reingehen?<<, höre ich deine Stimme an meinem Ohr. >>Nur wenn du mitkommst.<<, antworte ich an deiner Brust. Dann nimmst du meine Hand, und lässt sie den ganzen Abend nichtmehr los.
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