Dienstag

It's hard to stay positiv when nothing ever goes right

In meinem Kopf herrscht ein einziges Wirrwar von Stimmen. 
Alle reden durcheinander. 
Aber wenn ich ganz tief in mich hineinhorche,
kann ich eine Stimme ganz genau verstehen. 
Und die schreit deinen Namen.

 Bitte hört das Lied wirklich :)

Die Kälte sticht wie Nadeln in meine Beine und macht sie blau und unbeweglich. Mein Atem kondensiert zu weißen Wölkchen in der Schwärze der Nacht. Die eisige Luft ist schon lange unter meine viel zu dünne Jacke gekrochen und breitet sich dort aus, wie ein Buschfeuer in einem trockenen Wald. Mein verzweifeltes Pusten kann meine Hände schon längst nicht mehr warmhalten. Und doch bleibe ich dort sitzen, auf der Bank, im Dunkeln, ganz allein. Ich kann mich grad einfach nicht sehen, ich möchte aus meiner Haut schlüpfen und die Flügel ausbreiten, mich wie ein Vogel in den Himmel erheben und an nichts und niemanden denken müssen. Aber ich bin hier unten gefangen in dieser Welt, die nur Schrecken für mich bereithält. Ich hebe meinen Kopf und sehe zum Himmel, suche in mit den Augen ab und finde schließlich was ich suche. Den Mond. Groß und hell steht er über mir. Sein Licht wird ausreichen. Ich packe das Buch aus der Tasche, die schon viel zu lange an meinen Schultern zieht. Fast ehrfürchtig öffne ich es und genieße den Augenblick, in dem der Geruch von ungelesenen Wörtern zu mir aufsteigt. Dann fahre ich mit dem Finger über die erste Seite. Das Vorsatzpapier. Bei diesem Begriff kommt mir sofort ein Satz in den Kopf, ein Satz der selber aus einem Buch stammt. Jedes Buch sollte mit so einem Papier beginnen, wenn man es aufschlägt, dann ist es als müsse man erst einen Vorhang zur Seite schieben um den Inhalt zu sehen. So oder so ähnlich standt es dort geschrieben. In 'Tintenherz'. Auch hier haben sich die Helden in wunderschöne Bücher gestürtzt, wenn ihr eigene Welt ihnen zu grau erschein. Dann füllten sie sie mit neuen, bunten Wörtern, ließen sie für sich tanzen und alles vergessen machen. Ich streiche ein Haar von der Seite und blättere sie schließlich um. 'Maggie Stiefvater. Nach dem Sommer'. Mit einem weiteren Rascheln schlage ich auch diese Seite um. Hier steckt das orange Lesezeichen, dass ich schon vor dem Lesen des Buches aufgeribbelt habe. Ich streiche mit dem Daumennagel den Knick herraus, den das lange Stehen im Regal verursacht hat.Wieder streichen meine Finger über Papier und wieder blickt mich eine neue Seite an.  'Für Kate', steht da jetzt in geschwungenen Buchstaben geschrieben. Vielleicht werde ich auch mal so eine Widmung schreiben können, für einen Menschen, der mir so wichtig ist, das ich ihm eine ganze kleine Welt schenke, zwischen zwei Buchdeckel gepresst und auf Papier niedergeschrieben. Ich würde dir jede Welt schenken, meine Eigene und mein Herz noch dazu, denke ich. Dann versinke ich in eine andere Welt.

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